Der bulgarische Lev

An der Schnittstelle zwischen Ost und West haben sich auf dem bulgarischen Gebiet zahlreiche Artefakte unterschiedlicher Epochen erhalten. Zu den häufigsten Entdeckungen gehören Münzen - thrakische, hellenische, makedonische, römische, byzantinische, bulgarische.

Mit der Verabschiedung im Jahre 1880 des Gesetzes über das Recht zur Münzprägung in dem Fürstentum Bulgarien wurde der Lew mit der Untereinheit Stotinka (1 Lev = 100 Stotinki) als Geldeinheit eingeführt. Vorbild war der französische Gold-Franc. Bulgarien übernahm den in der Lateinischen Münzunion festgelegten Bimetallismus zwischen Gold- und Silbermünzen als Standard.  

Die Bulgarische Nationalbank (BNB) wurde 1879 gegründet. Sie konnte den Lew als Landeswährung einführen. Dies geschah auf Grund von Spezialgesetzen, welche die Verwendung rumänischer, serbischer und russischer Münzen untersagten.

1881 wurden im Fürstentum Bulgarien die ersten  Kupfermünzen zu 2, 5 und 10 Stotiniki geprägt. Danach folgte die Prägung von Silbermünzen zu 1 Lew und 2 Lewa und schließlich von Goldmünzen zu 10, 20 und 100 Lewa. Im Jahre 1951 wurde der bulgarische Münzhof eingerichtet, so dass Bulgarien hier bereits ein Jahr später selbst die ersten Münzen prägen konnte.  

Bulgarien druckte in den 30er Jahren des 20. Jh. erstmals Banknoten. Dabei handelte es sich um Banknoten zu 5 000,00 und zu 20,00 Lewa. 

Im Zuge der Bankenkrise aus dem Jahre 1996 kam es zu einer Hyperinflation und so war die BNB gezwungen, dringend Banknoten in Scheinen zu 1 000, 2 000, 5 000 und 10 000, ja sogar zu 50 000 Leva in Umlauf zu bringen.

Seit 1997 wendet Bulgarien eine Currency-Board-Regelung mit der D-Mark und später dem Euro als Ankerwährung an. So wird eine Preisstabilität erreicht. 1999 findet dann eine Denominierung des Lews statt. Neue Banknoten wurden in Umlauf gebracht.

1994 richtete die BNB eine eigene Druckerei ein. Alle bulgarischen Banknoten, die in der Periode 1999 bis 2013 emittiert wurden, sind dort gedruckt. 2014 wurde das Gemeinschaftsunternehmen von BNB-Druckerei und „François-Charles Oberthur International“ SAS, Frankreich, gegründet.

Die bulgarischen Banknoten beleuchten in den einzelnen Stückelungen durch die kunstfertige Ausgestaltung und Stilistik verschiedene Perioden staatlicher Entwicklung sowie politische, wirtschaftliche wie kulturelle Zusammenhänge und geschichtliche Wandlungen. Die bulgarischen Münzen wie Banknoten sind gleichermaßen Bestandteil der staatlichen Symbolik und halten auf eine einmalige Art und Weise einschneidende nationale historische und kulturelle Ereignisse für die kommenden Generationen fest.


Der Inhalt dieser Seite wurde mit der Unterstützung der Bulgarischen Nationalbank erstellt.

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