Wirtschaft

Im Ranking der EU-Staaten steht Bulgarien 2016 auf Platz 21 in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Es wendet seit 1997 eine Currency-Board-Regelung mit der D-Mark und später dem Euro als Ankerwährung an. Der aktuelle durch die Bulgarische Nationalbank vorgegebene Wechselkurs für 1 Euro beträgt BGN 1,95583. Bulgarien betreibt eine offene Marktwirtschaft. Der Privatsektor ist mäßig entwickelt und der Binnenmarkt ist relativ klein.

Nach dem EU-Beitritt Bulgariens wird eine kontinuierliche Anpassung der Einkommen an die der Gemeinschaft angestrebt, ein Prozess, der sich in den Jahren der globalen Wirtschaftskrise ein wenig verzögert hat, in den letzten drei Jahren jedoch wieder beschleunigt anläuft. 2016 ist ein Wirtschaftswachstum von 3.9 % zu verzeichnen, so dass Bulgarien EU-weit den 4. Platz einnimmt.  

Export

Das Wirtschaftswachstum wird in erster Linie durch den Export angekurbelt, der sich bereits im Jahre 2011 neuerlich auf das Vor-Krisen-Niveau eingependelt hat. 2016 machte der Export im Rahmen des BIP 64 % aus. Das reale Wachstum des Warenexportes liegt inzwischen bei 7,9 % und weist somit den dritthöchsten Prozentsatz innerhalb der Union aus, noch dazu unter den Bedingungen eines instabilen außenwirtschaftlichen Umfeldes.

Arbeitsmarkt

Bulgarien verzeichnete unmittelbar nach seinem EU-Beitritt die wohl niedrigsten Arbeitslosenquoten in seiner Geschichte. Im Zuge der globalen Wirtschaftskrise jedoch erhöhte sich dieser Koeffizient wieder, aber in den letzten Jahren ist ein erneuter leichter Rückgang zu verzeichnen. 2016 lag die Arbeitslosigkeit bei 7,6 %. Die positive Entwicklung trifft in erster Linie für Hochschulabsolventen und Abiturienten zu.

Geschäftsklima

Die niedrigen Steuersätze von Körperschafts- und Einkommenssteuer tragen zu einem besseren Geschäftsklima bei und ermuntern zu Investitionen. Nach dem EU-Beitritt verzeichnet Bulgarien höhere Steuereinnahmen und eine bessere Steuerkultur in der Gesellschaft.  

Die guten Bedingungen für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit bestätigen auch internationale Rankings. Gemäß dem Doing Business-Bericht der Weltbank ist Bulgarien 2017 im Vergleich auf dem 39. Platz von insgesamt 190 Ländern in Bezug auf die Effizienz der Regularien für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Auf der EU-Ranglinste steht Bulgarien auf Platz 20.

Finanzstabilität

Bulgarien ist vorrangig bemüht, die Finanzstabilität zu gewährleisten. Vor der globalen Wirtschaftskrise hat Bulgarien nicht unerhebliche Haushaltsüberschüsse akkumuliert, so dass diese in schwierigen Zeiten als Finanzpolster dienen und die negativen Effekte auf die Haushaltspolitik auffangen konnten. Bulgarien gehört zu den wenigen EU-Mitgliedsländern, welche keine Ausuferung der Staatsverschuldung zugelassen haben und demnach relativ niedrige Defizite aufweisen. In nur wenigen Jahren nach dem Ende der Krise gelang es Bulgarien das Haushaltsdefizit nachhaltig zu stabilisieren, so dass 2016 praktisch ein Null-Wert verbucht wurde.  

Bulgarien gehört zu den Ländern mit einem niedrigen öffentlichen Bruttoschuldenstand, der 2016 29 % des BIP ausmachte, so dass Bulgarien nach Estland und Luxemburg an dritter Stelle folgt.

Infrastrukturprojekte 

Die erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung hängt unmittelbar von der erfolgreichen Realisierung der Infrastrukturprojekte und von der Erweiterung des Straßennetzes ab.

In den letzten Jahren wurde das nationale Straßennetz Bulgariens erheblich ausgebaut. Mit Mitteln der Europäischen Union konnten über 300 km neue Autobahnabschnitte gebaut werden, das bedeutet eine Verdoppelung der 2007 existierenden Autobahnabschnitte. Die Bauabschnitte der  Autobahnen Thrakia, Maritza und Ljulin konnten abgeschlossen werden. Zudem entstanden 69 km der Autobahn Struma. Die Bauarbeiten dort gehen auch jetzt weiter. Bis Ende der aktuellen Planperiode müssen auch die Bauarbeiten an dem kompliziertesten Abschnitt durch die Schlucht von Kressna abgeschlossen sein. Sobald diese Strecke fertig ist, wird die Grenze der Republik Griechenland von Sofia aus per Autobahn zu erreichen sein.

Die Prioritäten der Strategie zur Entwicklung der Straßeninfrastruktur bis zum Jahr 2022 lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Beendigung der Autobahnen: Struma, Hemus, Tscherno more und Kalotina-Sofia, Bau des Tunnels unter dem Shipka-Pass, Autobahn Russe-Weliko Tarnovo und die Schnellstraße Vidin-Botevgrad.


Der Inhalt dieser Seite wurde mit der Unterstützung des Ministeriums für Finanzen und der Agentur „Straßeninfrastruktur“ erstellt.

Auf dieser Website werden Cookies verwendet. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, können Sie die Website besser nutzen.

Zustimmen Ablehnen Mehr