Rede von Donald Tusk, Präsident des Europäischen Rates, während der Eröffnungszeremonie der bulgarischen Präsidentschaft

11.01.2018

Foto: EU2018BG


Liebe Freunde,

Liebe Gäste,

Herr Präsident der Republik Bulgarien,

Frau Präsidentin der Volksversammlung,

Herr Ministerpräsident,

Sehr geehrte Minister,

Exzellenzen,

 

"Vaterland lieb, wie schön bist du!

Wie wunderlich leuchtet dein Himmel unendlich!

Wie wandeln sich deine Bilder sonderbar!

Bei jedem Blick neue, immer neue Schönheiten!“

 

Diese Worte von Ivan Vasov, dessen Name dieses Theater trägt, fangen den Geist der heutigen Festveranstaltung ein. “Bei jedem Blick, immer neue Schönheiten” – dieser Gedanke begleitet mich heute als Präsidenten des Europäischen Rates und als Polen. Denn als Pole weiß ich sehr wohl, wieviel Arbeit, Courage und Entschlossenheit Euch Bulgaren dies alles gekostet hat, damit ihr diese europäischen Erfolge für euer Vaterland erreicht. Nichts wurde euch geschenkt. Ihr ganz allein habt diese historische Wende herbeigeführt, die Wende „dieser neuen Schönheiten“.

Jüngere Generationen verbinden das Theater, in dem wir uns derzeit befinden eher mit dem bekannten Schauspieler Sahari Baharov in seiner Rolle in dem Kultfilm „Game of Thrones“ (dt. Spiel der Throne) und weniger mit der Poesie von Vasov. Die Geschichte der Balkanländer ist dramatischer und interessanter als das Drehbuch zum Film „Game of Thrones“, obwohl dabei keinerlei Drachen auftauchen. Wir alle wünschen uns, dass die Gegenwart und die Zukunft der Balkanländer weniger einem Drehbuch zu einem Filmdrama gleichen. Stabilität, Sicherheit, Wohlstand – das verdienen die Menschen in dieser ganzen Region. Und die EU ist dafür da, um gerade dieses Szenario Wirklichkeit werden zu lassen.
Es ist gut, dass eines der Schwerpunktthemen der Bulgarischen Ratspräsidentschaft die Zukunft des Westbalkans ist. Wer sonst, wenn nicht ihr, die Nachfahren von Spartakus, die Nachfahren des ältesten Staates Europas, ihr, die ihr nie eine Kampfflagge in einer Schlacht verloren habt, wer anders könnte diese so wichtige und außerordentlich schwierige Aufgabe - die Europäische Perspektive für die gesamte Region neuerlich auf die Tagesordnung setzen - wirklich meistern.

Ihr wart immer schon entschlossen und kühn. Das habt ihr auch in den letzten Jahren immer wieder bekräftigt. Das ist auch der Grund, weshalb ich überzeugt bin, dass euer Ratsvorsitz so erfolgreich sein wird wie damals, als Christo Stoitschkov vor 25 Jahren den UEFA-Supercup gewann. Mit einem Ministerpräsidenten an der Spitze, der jeden thrakischen Krieger verunsichern würde, werdet ihr es schon schaffen!

Vielen Dank.

 

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